Vorsprung Wetterau - Hochschullehrpreis 2022 vergeben

Hochschullehrpreis 2022 vergeben

Hessen
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Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) hat im Jügelhaus der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung den Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre 2022 vergeben.

Zum 13. Mal ehrt diese Auszeichnung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre hervorragenden Lehr- und Lernkonzepte. Insgesamt ist der Preis mit 115.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr Projekte an der Hochschule RheinMain, der Frankfurt University of Applied Sciences, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst sowie der Justus-Liebig-Universität.

„Wir wollen für alle Studierenden in Hessen die besten Rahmenbedingungen schaffen. Eine spannende und exzellente Lehre ist dafür essentiell. Die heute ausgezeichneten Lehrkonzepte sind praxisnah und nachhaltig, kombinieren den theoretischen Lernstoff mit den Herausforderungen der Praxis und stellen sich den Zukunftsfragen. Herzlichen Glückwunsch allen Ausgezeichneten!“, so Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Die Vielfalt an den Hochschulen wächst seit Jahren. Das ist gut so, denn unsere Gesellschaft braucht viele kluge und kreative Köpfe, die unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen mitbringen. Dadurch wachsen aber auch die Anforderungen an die Lehre. Die Preisträgerinnen und Preisträger gehen mit unterschiedlichen didaktischen Ideen an die Vermittlung von Wissen heran – und haben dabei immer die unterschiedlichen Voraussetzungen der Studierenden und deren Lernerfolg im Blick. Genau das zeichnet gute Lehre aus.“

Der mit 60.000 Euro dotierte 1. Projektpreis geht an Prof. Dr. Karlheinz Spindler für sein Projekt „Holistische Lehre und forschendes Lernen in der Mathematik“ an der Hochschule RheinMain. Prof. Dr. Spindler setzt auf forschendes Lernen. Er fordert von seinen Studierenden mathematische Antworten für praktische Fragen, lässt sie am PC mathematische Verfahren umsetzen, beleuchtet mit perfekt gewählten Beispielen Grundkomponenten und Zusammenhänge in der Mathematik und ergänzt sie durch Exkurse in andere Themengebiete und technische Anwendungen. So eröffnet er den Studierenden rechnerische, begriffliche und visuelle Zugänge zu Lösungen – und vermittelt Lust auf Mathematik. Die Jury war begeistert von diesem erfolgreichen didaktischen Lehransatz für das häufig als schwierig empfundene Fach und seinen Lehr- und Übungsbüchern zur Höheren Mathematik. Besonders herauszuheben ist, dass Prof. Spindler wissenschaftliche Publikationen auch mit studentischen Koautorinnen und -autoren veröffentlicht, die sich teilweise aus Lehrveranstaltungen ergaben und Forschungsfragen einschlossen.

Der 2. Projektpreis in Höhe von 30.000 Euro geht an Prof. Dr. Jens Liebehenschel, Prof. Dr. Jörg Schäfer, Prof. Dr. Martin Simon und Prof. Dr. Baris Sertkaya für ihr Projekt „Smart Education in der Informatik – Ein Baukasten für stärkere Aktivierung und Differenzierung im schwierigen Modul Algorithmen und Datenstrukturen“ an der Frankfurt University of Applied Sciences. Das Lehrprojekt richtet sich an große Studiengruppen im ersten Studienjahr, die in die Grundlagen der Algorithmen und Datenstrukturen eingeführt werden sollen. Die Professoren unterrichten hierbei im Team: Auf Basis eines didaktischen Drehbuchs wechseln sich zwei Lehrende in der Vorlesung ab, was den Studierenden verschiedene wissenschaftliche Herangehensweisen vor Augen führt und die Aufmerksamkeit aufrechterhält. Genutzt wird auch das Inverted Classroom-Modell: Die Studierenden arbeiten vor der Lehrveranstaltung speziell dafür erstellte Materialien und Aufgaben durch und können die anschließende Übung dazu nutzen, den Lehrenden Fragen zu stellen und Inhalte in der Diskussion zu vertiefen. Über ein E-Learning-System erhalten sie Feedback zu ihrem Lernstand und tauschen sich in Foren mit ihren Tutoren aus. In einer selbst entwickelten Webumgebung können die Studierenden außerdem auf jedem Computer und mobilen Endgerät mit Algorithmen und Datenstrukturen zu Hause experimentieren.

Mit dem 3. Projektpreis in Höhe von 15.000 Euro ausgezeichnet wird Prof. Florian Lohmann für das Projekt „banda vocale frankfurt – Arbeitsphase mit einem professionellen und kritisch-reflektierenden Vokalensemble der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst“. Das Projekt richtet sich an Studierende im Fach Chorleitung: Üblicherweise proben sie das Dirigieren mit ihrem Lehrenden am Klavier oder mit Studierenden-Chören. In banda vocale haben die Studierenden die Möglichkeit, mit einem Ensemble aus professionellen Sängerinnen und Sängern zu arbeiten, ein anspruchsvolles Repertoire einzustudieren und es in einem Abschlusskonzert aufzuführen. Am Anfang stehen Arbeitsphasen mit Programmauswahl, Aufstellung eines Probenplans, Analyse der Partituren und individuellen Trockenübungen der Dirigate. Vor und während der Probewoche unterstützt, lenkt und berät der Lehrende die Studierenden und moderiert die Proben. Besonders wichtig ist das Feedback der professionellen Sängerinnen und Sänger zu Dirigat, Körpersprache, Probenmethodik, Auftreten, Kommunikation oder Interpretation. Diese Chance, schon während des Studiums mit einem professionellen Chor zusammenzuarbeiten, ist einmalig für die angehenden Chorleiterinnen und Chorleiter.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis für eine studentische Initiative geht an Hannah Fülbert, Laura Gerspacher, Leonard Maier, Carina Körner, Miriam Hobbhahn, Lisa Nieberle, Emma Lou Tischbier, Magdalene Denneler, Sibel Savas, Hannes Kreissl und

Magdalena Maurer für das Wahlfach „Klimasprechstunde“ am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen. Beteiligt waren auch Louis Schäfer, Hanna Burow und Anne Maushagen von der Philipps Universität Marburg. In der Klimasprechstunde geht es um Auswirkungen der Klimakrise auf die Gesundheit und darum, wie Medizinerinnen und Mediziner für ihren ökologischen Fußabdruck im Beruf sensibilisiert werden können: Die Studierenden suchen nach konkreten gesundheitsfördernden und klimaschonenden Lösungen, etwa die Reduktion von Treibhausgasen durch die veränderte Auswahl von Narkosemitteln, die Reduzierung von Plastikverpackungen im Klinikalltag oder die Sensibilisierung der Patientinnen und Patienten für eine pflanzenbasierte Ernährung. Das Wahlfach Klimasprechstunde ist zusammen mit Studierenden der Philipps-Universität Marburg entstanden und steht auch diesen offen.

Die Jury für den Hochschullehrpreis besteht aus fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, fünf Studierenden und einer Vertreterin des Ministeriums. Sie haben die prämierten Projekte in diesem Jahr unter 45 Bewerbungen aus zwölf Hochschulen ausgewählt.

Weitere Informationen zum Hessischen Hochschulpreis für Exzellenz in der Lehre und Filme zu den ausgezeichneten Projekten finden Sie nach der Preisverleihung unter hochschullehrpreis.hessen.de.



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