Vom Hurrikan zum Tiefdruckgebiet

Vogler
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In den Vereinigten Staaten vom Amerika werden Trends in vielfältiger Hinsicht vorweg genommen, ehe sie dann über den Atlantik nach Europa gespült werden. Auch die Art und Weise, wie in den USA Politik von den jeweils Herrschenden gemacht wird, wirft bereits Schatten nach Europa und wird wohl wie ein abklingender Hurrikan mit Versatz als umfangreiches Tiefdruckgebiet hier wieder zu finden sein.

Die fulminante Rede des US-Präsidenten in Sachen Klima vor der UN-Vollversammlung hat insbesondere in Deutschland vieles ausgelöst: In manchen Köpfen einen regelrechten Furor, andere haben den Kopf lediglich geschüttelt.

Den zweifellos vorhandenen, aber nicht seriös bezifferbaren anthropogenen Einfluss auf das Weltklima werden wir nicht vom kleinen Deutschland aus mit dem Verzicht auf Schnitzel, Autos oder Flugreisen lösen. Und das immer wieder zu hörende Totschlagargument „Aber einer muss doch mal anfangen und Vorbild sein!“ ist selbst längst mausetot: Wir haben schon vor Jahrzehnten damit angefangen; wer sich Deutschland als Umwelt-Vorbild nehmen möchte, kann das seit gefühlten Ewigkeiten tun. Es macht nur so gut wie keiner; andere Länder schütteln eher den Kopf darüber, dass und wie ein erfolgreiches Land wie Deutschland sich selbst (Stichwort Energiewirtschaft und Automobilindustrie) demontiert hat.

Wissenschaftlich zweifelsfrei bewiesen ist bislang nur eine Korrelation: Die zwischen einem unglaublich rasanten Wachstum der Weltbevölkerung von zwei auf knapp acht Milliarden Menschen in gerade einmal 70 Jahren auf der einen und einer leicht erhöhten Durchschnittstemperatur auf der anderen Seite. Das ist der Fluch der guten Tat; initiiert und wesentlich finanziert von der 1. Welt in Form von Entwicklungshilfe: Durch medizinischen Fortschritt und damit höhere Lebenserwartung; durch den erfolgreichen Kampf gegen Kindersterblichkeit, gegen den Welthunger und für den Frieden. Woraus umgekehrt aber auch folgt: Wer das Klima des Jahres 1950 oder 1780 wiederhaben will, muss zuallererst per Geburtenkontrolle (nein, NICHT durch Massenmord!) die Weltbevölkerung wieder auf den Stand von damals bringen - oder eben die Folgen unserer karnickelartigen Bevölkerungsexplosion akzeptieren.

Man kann nicht 8 oder 10 Milliarden Menschen mit Bio-Schrebergärten ernähren und ihnen gleichzeitig das Streben nach moderner Technik und dem Luxus der 1. Welt verweigern. Deutschland ist eines von derzeit 195 Ländern der Erde und WIR repräsentieren gerade mal ein (!) einziges Prozent dieser Weltbevölkerung. Ein bisschen Demut und Respekt vor anderen Lebensentwürfen täte uns gut.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (74) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur bis heute als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.



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