Jedes Jahr ins Paradies

Vogler
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Jetzt ist es für viele Menschen wieder soweit: Die Koffer werden entstaubt und gepackt. In Erwartung von freien Tagen, sonnigen Strandgefilden und Vollpension kommt es vielen so vor, als könnte man dem Stress der Arbeitswelt für eine Weile entrinnen und es sich im Urlaubsparadies wohl gehen lassen. Und es stimmt ja auch, die Alltagsobliegenheiten entfallen. Keine lästigen Einkäufe unter der Überschrift: „Was wollen wir in den nächsten Tagen essen?“ Oder der Abwasch, die eigenen vier Wände aufräumen, Wäsche machen und vieles andere mehr. All dem kann man im Urlaub getrost den Rücken kehren.

Das mit dem „Urlaub“, also bezahlten freien Tagen, das gibt so lange noch nicht. Dabei braucht man gar nicht zurückschauen bis in das Kaiserreich. Auch vor dem zweiten Weltkrieg gab es für Arbeitnehmer kaum bezahlte freie Tage Die erste gesetzlich festgeschriebene Urlaubsregelung gab es im Jahr 1903. Laut Verdi setzte sich der Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter als erste Arbeitergruppe durch und erkämpfte sich drei freie, bezahlte Tage im Jahr.

Erst im Jahre 1963 – mithin 60 Jahr später – wurde in der Bundesrepublik das Bundesurlaubsgesetz verabschiedet. Bei einer Fünf-Tage-Woche standen den Beschäftigten 20 bezahlte Urlaubstage zu. Im „real existierenden Sozialismus“ der DDR war das Recht auf Urlaub in der Verfassung festgeschrieben. Danach stand jedem Werktätigen ein Grundurlaub von zwölf Tagen zu.

Vor diesem Hintergrund hat sich der Tourismus mittlerweile zu einem eigenen prosperierenden Wirtschaftszweig entwickelt. Er lebt der im Wesentlich davon, dass sechs Wochen Urlaub sozusagen zum Standard gehören. Einmal pro Jahr, so rechnet die Touristikbranche, sollte eine Reise in ein Urlaubsparadies mindestens drin sein, besser zweimal, damit Fluggerät und Hotels gut ausgelastet werden können. Mit der Geburt dieses Phänomens „Massentourismus“ zeigten die Urlaubsparadiese erste Rissen: am Ballermann in Mallorca ebenso wie im geschichtsträchtigen Venedig, dass die großen Kreuzfahrtschiffe lieber wegfahren als kommen sieht.

Dies sind erste Anzeichen, wonach sich das Urlaubsverhalten in den kommenden Jahren deutlich verändern wird. Und es deutet vieles darauf hin, dass heimische Gefilde – wie Bayern sowie Nord- und Ostseeküsten – als Gewinner aus diesen Veränderungen hervorgehen werden. Warum auch nicht? Auch an vielen Stellen in Deutschland lassen sich paradiesisch schöne Ferien verbringen!

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In diesem Sinne wünsche ich eine schöne und erholsame Ferienzeit! Lassen sie es sich gut gehen, wo immer sich ihr Freizeitparadies befindet. Wie in jedem Jahr werde ich diese Zeit für eine kreative Schreibpause nutzen und mich im September, also nach dem Ende der Urlaubszeit, wieder zu Wort melden.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (74) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur bis heute als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.



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