Weihnachten symbolisiert Aufbruch und Zuversicht in eine gute Zukunft. Jedes Kind, jede neue Generation, beide bringen stets etwas Neues, Veränderungen und damit die Fortentwicklung unserer Gesellschaft. Von unseren Kindern hängt unsere Zukunftsfähigkeit ab. Das in Bethlehem geborene Jesuskind hat wie kaum eine andere Persönlichkeit die Menschheit geprägt und verändert – unabhängig vom religiösen Bekenntnis eines jeden Einzelnen.
Das Weihnachtsfest, wie wir es heute kennen und feiern, hat einen Ursprung in der „Wintersonnenwende“ und den damit verbundenen Zeremonien. Im antiken Ägypten war der 25. Dezember dem Isis- und Horusfest gewidmet, um die Geburt der „neuen Sonne“ zu würdigen. Am 25. Dezember feierten auch Griechen und Römer „Saturnalia“. An diesem Tag bekam nach auch den Vorstellungen der Römer das Licht Zuwachs und das musste entsprechend mit Speis und Trank begangen werden!
Die ersten Christen suchten ein wirksames Gegengewicht zu den ihrer Ansicht nach verbreiteten „heidnischen“ Bräuchen. Bereits 217 setzte Kirchenvater Hippolytos in seiner römischen Gemeinde das Geburtsfest von Christi fest und um 350 setzte der römische Bischof Liberius den 25.12. als „Geburtstag“ von Jesus Christus ein. Das Weihnachtsfest war geboren!
Mit der Expansion des Christentums – zunächst über Europa und dann über weite Teile der Welt – verbreiteten sich auch weihnachtliche Gepflogenheiten. Die Wurzeln liegen aber nach Einschätzung von Wissenschaftlern im ägyptischen, persischen, jüdischen und nicht zuletzt im germanischen Brauchtum. Auffallend ist zunächst, dass die Weihnachtstraditionen heute in den nördlichen, kälteren und dunklen Regionen ausgeprägter sind, als in den südlichen und wärmeren.
Im gesamten mitteleuropäischen Raum haben in der jüngsten Vergangenheit Kommerz und Konsum den althergebrachten weihnachtlichen Kult zurückgedrängt. Und damit nicht genug: Der Handel hat Weihnachten für seine eigene Zwecke eingespannt und nutzbar gemacht. Diese Phänomene sind allerdings gar nicht so neu und schon gar nicht Kennzeichen der Moderne, wie es auf den ersten Blick erscheint.
Christkindelmärkte, wie die in Nürnberg, Dresden und Leipzig, standen bereits im 18. Jahrhundert in der Kritik. Aus dem Jahre 1785 besitzen wir eine beißend-moralisierende Schilderung des Treibens auf dem Leipziger Christmarkt: „Hier steht eine Bude mit voll Zinn, da eine voll Silber, hier wieder eine voll Galanteriewaren. Da steht ein altes Weib, die hat einen Tisch vor sich, welcher mit Missgeburten von Puppen besetzt ist, an denen jeder ein Zettel hängt mit Witzen, die sich jeder Widergabe entziehen.“
Diese mehr als 200 Jahre alte Schilderung aus vorweihnachtlicher Zeit könnte durchaus als Beschreibung des Treibens auf unseren heutigen Märkten, rund um die einschlägigen Bratwurst- und Glühweinbuden dienen. Ob als Alternative die totale Konsumverweigerung ein Ausweg ist, darf zu Recht bezweifelt werden.
Schenken und Freude bereiten, das hatte zu jeder Zeit einen festen Platz im menschlichen Zusammenleben. Ein Blick auf internationale Traditionen und ein Vergleich mit anderen Ländern eröffnet faszinierende Einblicke, wie unterschiedlich aber auch wie wundervoll Weihnachten sein kann.
In diesem Sinne wünsche ich allen erholsames Festtage und einen guten Start in das Jahr 2025. Mit diesen guten Wünschen verabschiede ich mich in die Weihnachtspause und melde mich dann Ende Januar 2025 an dieser Stelle wieder!
Zum Autor
Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (74) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur bis heute als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.
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